Legenden: Carlo Wolf

Multiunternehmer und Bonvivant, wie er im Buche steht – das ist Carlo Wolf. Wie der Wahlösterreicher vom Sternekoch zum gefeierten Produkte-Dealer wurde.
März 18, 2019 | Text: Martina Grießbacher | Fotos: Manfred Klimek, beigestellt

Nur das Beste ist gut genug. Und manchmal nicht einmal das. So oder so ähnlich hätte wohl Karl-Heinz, besser bekannt als Carlo, Wolfs Antwort gelautet, wenn man ihn nach seinem Lebensmotto gefragt hätte. Dieser Leitsatz hat ihn seine ganze Karriere hindurch begleitet und geprägt, sowohl als Sternekoch als auch als Händler für hochwertige Gourmetprodukte und Spitzenweine.
Geboren am 8. Oktober 1949 und aufgewachsen im deutschen Bad Honnef in Nordrhein-Westfalen kam er als Sohn von Hoteliers schon früh in Berührung mit der Branche. Da das Verhältnis zu seinen Eltern eher schlecht als recht war, zog es den jungen Carlo Wolf relativ schnell in die weite Welt hinaus. Zuerst ging es für ihn nach Bad Reichenhall, wo er die Hotelfachschule absolvierte. Seine Lehr- und Wanderjahre führten Wolf anschließend nach Nizza, Zürich und London.

Das Chez Loup war erst der Anfang

„Er hat schon früh für sich selbst und seine Ausbildung gesorgt. Im Ausland hat er zudem eine ganz andere Art der Gastronomie kennengelernt, man darf ja nicht vergessen, dass Deutschland und auch Österreich zu dieser Zeit noch keine kulinarischen Hochburgen waren“, sagt Tochter Katharina Wolf rückblickend. Zurück in Deutschland scheiterte der Versuch, sich mit seinen Eltern im Familienbetrieb zu arrangieren, daher eröffnete Wolf im Jahr 1975 mit dem Chez Loup sein eigenes Restaurant in Bonn.
csm_RP234_legenden_header_3d60c24ee8Mit viel unternehmerischem Gespür wurde Carlo Wolf zu dem Händler für Spitzenweine und hochwertige Lebensmittel par exellence.

Nur das Beste ist gut genug. Und manchmal nicht einmal das. So oder so ähnlich hätte wohl Karl-Heinz, besser bekannt als Carlo, Wolfs Antwort gelautet, wenn man ihn nach seinem Lebensmotto gefragt hätte. Dieser Leitsatz hat ihn seine ganze Karriere hindurch begleitet und geprägt, sowohl als Sternekoch als auch als Händler für hochwertige Gourmetprodukte und Spitzenweine.
Geboren am 8. Oktober 1949 und aufgewachsen im deutschen Bad Honnef in Nordrhein-Westfalen kam er als Sohn von Hoteliers schon früh in Berührung mit der Branche. Da das Verhältnis zu seinen Eltern eher schlecht als recht war, zog es den jungen Carlo Wolf relativ schnell in die weite Welt hinaus. Zuerst ging es für ihn nach Bad Reichenhall, wo er die Hotelfachschule absolvierte. Seine Lehr- und Wanderjahre führten Wolf anschließend nach Nizza, Zürich und London.

Das Chez Loup war erst der Anfang

„Er hat schon früh für sich selbst und seine Ausbildung gesorgt. Im Ausland hat er zudem eine ganz andere Art der Gastronomie kennengelernt, man darf ja nicht vergessen, dass Deutschland und auch Österreich zu dieser Zeit noch keine kulinarischen Hochburgen waren“, sagt Tochter Katharina Wolf rückblickend. Zurück in Deutschland scheiterte der Versuch, sich mit seinen Eltern im Familienbetrieb zu arrangieren, daher eröffnete Wolf im Jahr 1975 mit dem Chez Loup sein eigenes Restaurant in Bonn.
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Mit viel unternehmerischem Gespür wurde Carlo Wolf zu dem Händler für Spitzenweine und hochwertige Lebensmittel par exellence.

Im Nachhinein betrachtet könnte das familiäre Zerwürfnis als eine Art Schlüssel zum Erfolg gesehen werden, denn: „Die Eröffnung des Restaurants kann man als Geburtsstunde aller weiteren Ideen meines Vaters bezeichnen“, sagt Katharina Wolf. „Alle Ideen und Eindrücke, alles, was er gesehen und gelernt hatte, vor allem in Frankreich, ist hier zusammengelaufen.“ Mit dem Chez Loup ist er zum ersten Mal voll durchgestartet und schaffte es prompt, sich einen Stern im Guide Michelin zu erkochen.

Die Eröffnung des Restaurants kann man als Geburtsstunde aller weiteren Ideen meines Vaters bezeichnen.
Katharina Wolf über die Bedeutung des Chez Loup für den weiteren Lebensweg Carlo Wolfs 

Wir fahren nach Paris 

Einmal in der Woche ist Wolf in die französische Hauptstadt gefahren, um sich auf dem weltbekannten Rungis-Markt Produkte für seine Küche zu besorgen. Das waren vor allem Produkte, die zu dieser Zeit in Deutschland noch nicht oder nicht in derselben Qualität greifbar waren. „Und so kam es dazu, dass er immer öfter Waren für Bekannte und Kollegen mitgebracht hat. Damit war die Idee zu Rungis Express geboren“, erklärt seine Tochter.
Aufgrund der hohen Nachfrage nach Produkten vom Pariser Markt wurde der Aufwand für Wolf immer größer – im Jahr 1978 beschloss er dann schließlich, eine Firma für den Handel mit Gourmetprodukten und gleichzeitig auch ein Unternehmen für Weinhandel als zweites Standbein zu gründen.
Am Ende des Tages hat er sich als Unternehmer gesehen.
Katharina Wolf über ihren vielseitigen Vater Carlo

Der Gourmet-Unternehmer

In den ersten zwei Jahren liefen die beiden Projekte – der Restaurantbetrieb im Chez Loup und Rungis Express – parallel. „Mit der Zeit wurde Rungis Express immer wichtiger, größer und komplexer, dass mein Vater das Restaurant trotz seiner großen Leidenschaft für das Kochen nicht mehr weiterführen wollte. Am Ende des Tages hat er sich als Unternehmer gesehen“, schildert Katharina Wolf. „Er hat damals ganz klar gesehen, dass sich die Zeiten ändern und dass die Produktwelt, mit der gearbeitet wurde, nicht mehr zeitgemäß war. Er hat gesehen, dass sich die Menschen für tolle Grundprodukte begeistern konnten“, erklärt Wolf die Motivation ihres Vaters.Es war der hohe Qualitätsanspruch, der ihn sein ganzes Leben lang geleitet hat.
Carlo Wolf war der Erste, der damit begann, Gourmetprodukte zu suchen und zuerst nach Deutschland, später nach ganz Mitteleuropa zu importieren. 

Bei Spitzenweinen aus Frankreich war er genauso Vorreiter und mauserte sich innerhab kurzer Zeit zu dem Weingourmet schlechthin.

Selfmademan und Bonvivant 

Wolfs Erfolg ist nicht nur seinem unternehmerischen Gespür zu verdanken, sondern auch seiner Persönlichkeit, mit der er hinter all seinen Unternehmungen stand. „Er war ein extrem emotionaler Mensch, der für Dinge brennen konnte“, beschreibt Katharina Wolf ihren Vater. Er war eine Person, die Menschen mitreißen und motivieren konnte, er war ein lustiger und geselliger Mann, der es verstand, mit Leuten zu feiern. „Ein echter Lebemensch, wie man sich einen Bonvivant vorstellt“, bringt es seine Tochter auf den Punkt. „Er war bestimmt kein Everybody’s Darling, aber das ist ja meistens so bei solchen Menschen, denke ich. Er war auch kein Mann, der jemandem gefallen wollte, oder einer, der etwas gemacht hat, um anderen zu entsprechen. Er hatte einen sehr starken Charakter“, führt sie weiter aus.
Er war bestimmt kein Everybody’s Darling, aber das ist ja meistens so bei solchen Menschen.
Katharina Wolf über ihren Vater Carlo
Carlo Wolf war ein Visionär. Die Gastronomie war seine große Liebe, so wie auch französische Weine und hochwertige Lebensmittel. Genau so schnell, wie er Firmen gründete, verkaufte er sie oft auch wieder – dafür hatte er den richtigen Riecher. Angefangen mit Rungis Express stammen auch die Firmen Wein Wolf, Pommery Deutschland, Grand Cru Select, LandArt und WeinArt aus seiner Feder. All diese Unternehmen hat er seit den späten 70er-Jahren gegründet und dann über kurz oder lang wieder verkauft. Obwohl er nach der Schließung des Chez Loup nie mehr als Koch gearbeitet hat, hat er der Gastronomie nie ganz den Rücken gekehrt.
Er hat zeit seines Lebens Menüs geschrieben und Konzepte mit entwickelt.
Katharina Wolf über die große Leidenschaft ihres Vaters 
„Er hat zeit seines Lebens Menüs geschrieben und Konzepte mit entwickelt. Das Kochen war seine absolute Leidenschaft, aber er wollte eben nicht mehr selbst in einer Küche stehen“, erklärt Katharina Wolf. Ende der 90er-Jahre, kurz nach nach dem Umzug von Nordrhein-Westfalen an den oberösterreichischen Attersee, hat er mit dem Restaurant Tanglberg den Schritt zurück in die Branche gewagt. Mit einem jungen Team an seiner Seite war Wolf das Mastermind hinter dem Lokal in Vorchdorf in Oberösterreich, das innerhalb kurzer Zeit mit 18 Punkten im Gault Millau ausgezeichnet wurde. 1998 eröffnet, schloss es jedoch nach drei Jahren Restaurantbetrieb wieder.

Heute so wie damals 

Das unternehmerische Erbe Carlo Wolfs wird von Tochter Katharina weitergetragen, die damals mit jungen 20 Jahren den Sprung ins kalte Wasser gewagt hat und als Einkäuferin und Geschäftsführerin in die Firma WeinArt einstieg. Heute hört der Familienbetrieb, den sie zusammen mit ihrem Mann Florian Wolf-Haidegger und Bruder Konstantin Wolf leitet, auf den Namen KATE & KON. Der Fokus liegt aktuell auf einem breiten Angebot verschiedener Qualitätsweine, das von einem großen Sortiment an Gourmetlebensmitteln und Edelprodukten, die von Fleisch über Kaviar, Fisch und Käse bis hin zu Schokoladen reichen, komplettiert wird.
Wir Kinder sind mit gutem Essen und Gesellschaft aufgewachsen. Entweder liebt man das am Ende auch oder man hasst es.
Katharina Wolf über ihre Kindheit 
„Wir Kinder sind mit gutem Essen und Gesellschaft aufgewachsen. Entweder liebt man das am Ende auch oder man hasst es. Bei Konstantin und mir war es schlussendlich so, dass wir genauso gerne Gastgeber sind und die schönen Dinge im Leben lieben, wie es unser Vater getan hat. Auch meine Schwester Anna, die in der Modebranche in Paris arbeitet, lebt seine Liebe zur französischen Lebensart weiter“, sagt Katharina Wolf. Karl-Heinz Wolf ist am 21. April 2017 in Salzburg gestorben.
Der Wahlösterreicher – laut seiner Tochter habe er dieses Land, die Leute und deren Mentalität schon immer geliebt – hat über die Jahre die Warenkörbe in Küchen weit über die Grenzen Deutschlands und Österreichs hinaus revolutioniert und die besten Produkte für Köche gesucht und auch gefunden. Mit seiner Leidenschaft für edle Tropfen machte er sich als Importeur französischer Spitzenweine einen Namen wie kein anderer. Sein Schaffen trug maßgeblich dazu bei, dass die Gastronomie im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahrzehnten zu dem wurde, was sie heute ist.

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