Arbeiten in Tokio

Sushi, Kitsch und Karaoke: Dafür kennt und liebt man Tokio. Doch die japanische Weltmetropole hat sich in den letzten Jahren zum Tourismushotspot gemausert und bietet für motivierte Aufsteiger geniale Karrieremöglichkeiten.
März 15, 2017 | Text: Georg Hoffelner | Fotos: Chanclos/beibaoke/SIHASAKPRACHUM/Shutterstock, Wolfgang Hummer, Hyatt Tokyo

Menschenmassen in Tokios Innenstadt

Stadt der Extreme

In der pulsierenden Metropole Tokio ist die Zukunft schon Gegenwart. Hier werden Trends geboren. Jobtechnisch betrachtet ist diese Stadt bestimmt kein einfacher Boden, dafür lernt man aber die genialsten Produkte, die lehrreichsten interkulturellen Erfahrungen und eine unvergleichliche Arbeitsauffassung kennen. Sofern man im Schmelztiegel besteht.
Wer Bock darauf hat, einmal eine Zeit lang in einer der abgefahrensten Städte der Welt Karriereluft zu schnuppern, der sollte nicht lange mit der Wimper zucken und seine Fühler nach Japan ausstrecken. Genauer gesagt nach Tokio. Hier begegnen einem nämlich so viele abgefahrene Dinge wie nirgendwo anders auf der Welt: Mädchen in Lolita-Outfits, kleine Luxusköter in Bienenkostümen und Leute, die ihre Kaninchen an der Leine über die Straße führen.

Doch das wirklich Geniale an der japanischen Hauptstadt: Die Karrierechancen sind richtig gut. Das zeigen alleine die aktuellen Statistiken: Die Japan National Tourism Organization (JNTO) konnte im vergangenen Monat die Zahl von 24,04 Millionen Japan-Besuchern für 2016 vermelden, ein Rekord seit Beginn der JNTO-Statistik im Jahre 1964. Der Großteil landet in Tokio, wo demnach immmer größerer Bedarf an perfekt geschultem Personal herrscht.

Der gebürtige Deutsche Andreas Fuchs ist Executive Chef im Grand Hyatt Tokyo und kann diese Entwicklungen nur bestätigen: „Die Einreisebestimmungen sind zwar streng, aber wenn man den richtigen Hospitality-Background mit den passenden Schulabschlüssen vorweisen kann, findet man vor allem in internationalen Hotels und Restaurants bestimmt einen Spitzenjob.“ Gehalt und Arbeitszeiten sind laut Fuchs relativ ähnlich wie in unseren Breitengraden, wenn man aber in seinem Lebenslauf Tokio nachweisen kann, sei das auf jeden Fall ein Meilenstein, der von Headhuntern und Personalern sofort wohlwollend registriert wird.

Menschenmassen in Tokios Innenstadt

Stadt der Extreme

In der pulsierenden Metropole Tokio ist die Zukunft schon Gegenwart. Hier werden Trends geboren. Jobtechnisch betrachtet ist diese Stadt bestimmt kein einfacher Boden, dafür lernt man aber die genialsten Produkte, die lehrreichsten interkulturellen Erfahrungen und eine unvergleichliche Arbeitsauffassung kennen. Sofern man im Schmelztiegel besteht.
Wer Bock darauf hat, einmal eine Zeit lang in einer der abgefahrensten Städte der Welt Karriereluft zu schnuppern, der sollte nicht lange mit der Wimper zucken und seine Fühler nach Japan ausstrecken. Genauer gesagt nach Tokio. Hier begegnen einem nämlich so viele abgefahrene Dinge wie nirgendwo anders auf der Welt: Mädchen in Lolita-Outfits, kleine Luxusköter in Bienenkostümen und Leute, die ihre Kaninchen an der Leine über die Straße führen.

Doch das wirklich Geniale an der japanischen Hauptstadt: Die Karrierechancen sind richtig gut. Das zeigen alleine die aktuellen Statistiken: Die Japan National Tourism Organization (JNTO) konnte im vergangenen Monat die Zahl von 24,04 Millionen Japan-Besuchern für 2016 vermelden, ein Rekord seit Beginn der JNTO-Statistik im Jahre 1964. Der Großteil landet in Tokio, wo demnach immmer größerer Bedarf an perfekt geschultem Personal herrscht.

Der gebürtige Deutsche Andreas Fuchs ist Executive Chef im Grand Hyatt Tokyo und kann diese Entwicklungen nur bestätigen: „Die Einreisebestimmungen sind zwar streng, aber wenn man den richtigen Hospitality-Background mit den passenden Schulabschlüssen vorweisen kann, findet man vor allem in internationalen Hotels und Restaurants bestimmt einen Spitzenjob.“ Gehalt und Arbeitszeiten sind laut Fuchs relativ ähnlich wie in unseren Breitengraden, wenn man aber in seinem Lebenslauf Tokio nachweisen kann, sei das auf jeden Fall ein Meilenstein, der von Headhuntern und Personalern sofort wohlwollend registriert wird.
ein Touristenmagnet: die Kirschblüte in Tokio
Hubertus Rothwohl arbeitet als Sous Chef im Restaurant Brise Verte des Hotels Prince Park Tower Tokyo und spricht die Herausforderungen in der turbulenten Stadt an: „Die Sprachbarrieren können schon zum Problem werden und die kulturellen Unterschiede sind auch riesig. Wo unsereins lacht, bleibt der Japaner ernst. Wo die Japaner aufstehen, bleiben wir sitzen.“ Zudem würden laut Rothwohl Konfrontationen nach Möglichkeit vermieden. Laut zu werden und jemand anderen zurechtzuweisen, sei einfach unmöglich. „Da verliert diese Person und auch man selbst das Gesicht.“

Kulinarische Weltmetropole

Der eigentliche Wahnsinn spielt sich in Nippons Hauptstadt aber kulinarisch ab. Hier geht alles: Unglaubliche 227 Restaurants, davon 66 neue, dekorierte der französische Reifenhersteller 2017 mit der begehrten Auszeichnung und adelt Japans Hauptstadt damit zum Gourmet-Mekka. Damit pulverisiert Tokio sternetechnisch auch alle anderen Städte dieser Welt. Auch Executive Chef Fuchs schätzt die grandiosen Möglichkeiten: „Japan ist ein Paradies für Chefs, die Vielfalt sowie die Qualität der Produkte sind einzigartig!“

Eine Tatsache, der auch der gebürtige Korse Lionel Beccat voll und ganz zustimmt. Seit 2012 betreibt er sein eigenes Restaurant esquisse, mit dem er zwei Sterne hält. Ihn fasziniert an Tokio, dass er tagtäglich neue Techniken erlernt, vor allem am Gemüsesektor: „Dafür reicht mein Leben nicht aus, um alle verschiedenen Zubereitungsarten der Japaner zu erlernen.Aber nehmen wir das Beispiel Aubergine, bei der es viele Hürden zu überwinden gilt: Die Haut ist hart und schmeckt nicht wirklich, das Fleisch ist voller Flüssigkeit und Samen. Alleine für dieses Gemüse gibt es hier Hunderte Zubereitungsvarianten!“ Noch ein Grund mehr, in die bunte kulinarische Welt Tokios einzutauchen. Nicht umsonst können auch außergewöhnliche kulinarische Persönlichkeiten wie Ex-Hangar-7-Chefkoch Roland Trettl Tokio in ihrem CV vorweisen.
 Lionel Beccat

Experimentierfreudiges Volk

So stolz die Japaner auf ihre beneidenswerte, hochstehende kulinarische Tradition auch sind, wenn es im Ausland Dinge gibt, die ihnen besonders gut schmecken, sind sie bereit, (fast) jeden Preis dafür zu bezahlen. Die Lust auf Neues gilt für das Luxus-Segment genauso wie für den Alltag. Das macht es für Köche natürlich extrem abwechslungsreich, wie auch Sous Chef Rothwohl gerne bestätigt: „Ich wollte eigentlich immer schon in Japan arbeiten, denn ich hatte schon sehr viel von den Produkten und vor allem dem Können der Chefs hier gehört.“

In Japan zu arbeiten, sei laut Rothwohl sehr angenehm – die Organisation, die Sauberkeit, die Pünktlichkeit, das alles sei großartig. „Für mich als Sous Chef kommt auch noch die wirklich unglaubliche Qualität der Produkte hinzu. Ich habe das beste Gemüse meines Lebens hier gegessen, ganz zu schweigen vom japanischen Fleisch, aber auch den Fischen und Meeresfrüchten.“ Und all diese fantastischen Produkte werden dann mit fast manischer Akribie verarbeitet, wie Executive Chef Andreas Fuchs berichtet: „Perfektionismus und Arbeiten bis zum Umfallen gehören bei meinen Mitarbeitern zur Tagesordnung.

Jeden Tag dazuzulernen und einen besseren Job als gestern abzuliefern, sind Tugenden, die ich hier sehr zu schätzen gelernt habe.“ Kohlemäßig betrachtet lohnt sich ein Wechsel nach Tokio ab dem Managementlevel. Die Löhne liegen etwas über dem europäischen Durchschnitt. Trinkgeld ist in Japan allerdings extrem unüblich, eigentlich regelrecht unerwünscht und wird zurückerstattet. Im Arbeitsvertrag ist oft ein ganzes Package enthalten, das auch die Krankenversicherung und Benefits wie Unterkunft und Flüge in die Heimat beinhaltet. In Japan sind nach wie vor der 8-Stunden-Tag und die 40-Stunden-Woche vorgeschrieben.In Tarifverträgen werden aber auch flexible Arbeitszeiten ermöglicht.

Die Lebenshaltungskosten sind frappant. Alleine eine 80-Quadratmeter-Wohnung kann schnell 3500 Euro monatlich kosten. Dass sechs Monatsmieten im Voraus zu bezahlen sind, ist die Regel. Die Zahl der Europäer, die in Japan arbeiten, ist noch recht übersichtlich, dafür findet man sie dann in den besten Positionen. Wenn man also aufgeschlossen ist und den japanischen Kuriositäten mit viel Humor begegnet, findet man hier eine fantastische neue Karrierewelt, die es zu erforschen gilt. Auch Executive Chef Fuchs muss immer wieder über die Gewohnheiten der Japaner lachen: „Dass hier alle tatsächlich die ,Auf‘- und ,Ab‘-Schilder bei den U-Bahn-Stiegen befolgen, finde ich grandios!“ Und auch Rothwangel grinst und verrät: „Hier gibt es sogar Eis mit dem erfrischenden Geschmack von Oktopus.“ Na dann, auf nach Tokio!
Japanischer Koch bei der Arbeit

Karrierechance

Besonders für Managementpositionen lohnen sich Bewerbungen. Hier gibt es viele Stellen in Hotels, die gerne von Expats besetzt werden.

Arbeitswelt

Stets höflich arbeiten Japaner sehr genau und neigen zu Perfektionismus.

Wohnungsmarkt

Tokio ist laut einer ECA-Studie die Stadt mit den weltweit höchsten Mietpreisen. Das sagt wohl alles.

Mentalität

An der Kommunikation hapert es gewaltig. Zudem ist der asiatische Kulturkreis der am schwersten zu durchschauende.

Die besten Jobadressen

www.rollingpin.com/jobs
www.mandarinoriental.de/tokyo
www.tokyo.park.hyatt.com
www.fourseasons.com/tokyo
www.ritzcarlton.com/tokyo

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