Die Junge Wilde 2023: Was macht Simone Kubitzek heute?

Vom Drei-Sterne-Aqua auf die große Junge-Wilde-Bühne, danach mitten hinein in ein prestigeträchtiges Pre-Opening. Warum aus dem Projekt "Marcobrunn" doch nichts wurde – und wie es ist, in einem der besten Restaurants der Welt zu arbeiten.
April 10, 2026 | Text: Redaktion | Photos: Rolling Pin, Fabian Matalla, privat

Rückblick auf das Jahr 2023: Auf der Rolling Pin.Convention kocht sich eine junge Frau aus dem Aqua in Wolfsburg ganz nach oben – und zwar nicht mit geschnigelt-gefälliger Sterneküche, sondern mit Druck, Präzision und einer ziemlich klaren Haltung.

Simone Kubitzek gewinnt den Titel „Junge Wilde 2023“ als zweite Frau in der Geschichte des Wettbewerbs. Und knapp war’s auch noch: Gerade einmal zwei Punkte trennten sie am Ende vom Zweitplatzierten. Den Ausschlag gab vor allem ein Hauptgang, bei dem für die Jury klar war: Diese Frau hat nicht nur Talent, sie kann liefern.

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Der Moment, der für immer in Erinnerung bleibt: Simone Kubitzek ist Junge Wilde 2023!

Rückblick auf das Jahr 2023: Auf der Rolling Pin.Convention kocht sich eine junge Frau aus dem Aqua in Wolfsburg ganz nach oben – und zwar nicht mit geschnigelt-gefälliger Sterneküche, sondern mit Druck, Präzision und einer ziemlich klaren Haltung.

Simone Kubitzek gewinnt den Titel „Junge Wilde 2023“ als zweite Frau in der Geschichte des Wettbewerbs. Und knapp war’s auch noch: Gerade einmal zwei Punkte trennten sie am Ende vom Zweitplatzierten. Den Ausschlag gab vor allem ein Hauptgang, bei dem für die Jury klar war: Diese Frau hat nicht nur Talent, sie kann liefern.

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Der Moment, der für immer in Erinnerung bleibt: Simone Kubitzek ist Junge Wilde 2023!

Dabei war Spitzengastronomie nicht einmal der erste Karriereplan. Kubitzek, gebürtige Würzburgerin, wollte ursprünglich Polizistin werden. Weil daraus nichts wurde, landete sie erst in der Hotellerie, hängte danach aber direkt die Kochausbildung dran. Es folgten prägende Jahre im Schloss Elmau, wo sie im Luce d’oro unter Mario Paecke und später Christoph Rainer kochte. 2019 wechselte sie ins Drei-Sterne-Restaurant Aqua zu Sven Elverfeld, wo sie sich bis zur Junior Sous Chefin hocharbeitete.

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Simone Kubitzeks Vorspeise im Finale: Maischolle, Algen, Yuzu und Chawanmushi

Wie sich die Junge Wilde 2023 den Sieg erkochte

Bei den Jungen Wilden war Kubitzek nicht die Kandidatin für halbe Sachen. 2022 schaffte sie es bereits ins Finale, musste sich dort aber Thomas Penz geschlagen geben. Ein Jahr später kam sie zurück – und machte ernst. Ihr Siegermenü 2023 las sich schon auf dem Papier nach Angriff: „Maischolle – Algen – Yuzu – Chawanmushi“, dazu ein veganer Burger, dann der starke Hauptgang „Wagyu – Pilz-Essenz – asiatische Spitzkohlroulade – Knoblauch“ und zum Schluss „Thaibasilikum – Heu – Heidelbeeren – Kampot Pfeffer“. Genau dieses Wagyu-Gericht wurde später sogar als Ausgangspunkt für Gerichte im geplanten Marcobrunn weitergedacht.

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Einer der Preise für Junge-Wilde-Gewinner:innen: Eine Coverstory im Rolling Pin

Wer Kubitzek zuhört, merkt schnell: Diese Köchin hat wenig Geduld für hochgezüchteten Küchenzirkus. In ihrer Rolling-Pin-Coverstory sprach sie davon, dass die nächste Generation bitte wegkommen möge vom „hypertechnischen Firlefanz“. Sie will Köche, die auch mal am Tisch auftauchen, Gerichte erklären, Haltung zeigen. Und sie hält wenig davon, Teller in „männlich“ oder „weiblich“ einzuteilen. Für sie zählt Handschrift, nicht Schubladendenken. Oder anders gesagt: lieber Ausdruck als Effekthascherei.

Nach dem Sieg blieb sie nicht stehen. Eineinhalb Jahre blieb sie im Aqua, bevor im Juli 2024 öffentlich wurde, dass Simone Kubitzek gemeinsam mit ihrer Freundin und Kollegin Hella Eggers als weibliche Doppelspitze das neue Gourmetrestaurant Marcobrunn by Tristan Brandt im Hotel Schloss Reinhartshausen übernehmen sollte. Für das junge Doppelgespann endlich die Chance, sich mit einer eigenen kulinarischen Handschrift einen Namen zu machen.

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Hella Eggers und Simone Kubitzek sind seit ihrer gemeinsamen Zeit im Restaurant Aqua unzertrennlich

Das never-ending Pre-Opening und neue Pläne

Im Telefonat erzählt Kubitzek jetzt allerdings die weniger glamouröse, aber umso spannendere Fortsetzung: Nach rund eineinhalb Jahren in einer immer wieder verlängerten Pre-Opening-Phase machte das Hotel letztlich wieder nicht zum geplanten Zeitpunkt auf. Anstatt noch länger zu warten, beschlossen beide Küchenchefinnen, weiterzuziehen. Aktuell, sagt sie im Gespräch, ist eine neue Anstellung ab Sommer in Aussicht – Details dürfen wir aber noch nicht verraten.

Abstecher nach Stockholm

Und auch den Siegerpreis hat sie inzwischen endlich eingelöst. Wer die Jungen Wilden gewinnt, bekommt nämlich nicht nur Ruhm und Ehre, sondern auch eine Stage in einem internationalen Spitzenrestaurant. Bei jungen Senkrechtstartern wie Kubitzek kann es dauern, bis sich im Terminkalender dafür Platz findet, aber nun war es so weit. Die Wahl fiel auf das Drei-Sterne-Restaurant Frantzén in Stockholm. Zwei Wochen, die ihr vor allem wegen des Systems im Kopf geblieben sind, das sie aus ihrer bisherigen Spitzenküchen-Erfahrung in Deutschland noch nicht gekannt hatte: Produktionsküche, zwei Schichten fürs Vorbereiten, getrennte Abläufe für Lunch und Dinner. „Es war spannend zu sehen, wie sie das dort aufgebaut haben und dass es reibungslos funktioniert“, erzählt die Junge Wilde von dem Perspektivwechsel.

Und die Kulinarik selbst hinterließ bleibende Eindrücke. Während ihres Aufenthalts konnte sich Simone auch aus der Gast-Perspektive – „zum Glück war zufällig ein Tisch frei“ – von den nordisch-japanischen Kreationen Björn Frantzéns überzeugen. „Das ist genau die Küche, die mich besonders interessiert!“

Und was kommt als Nächstes? Simone Kubitzek steht genau an dem Punkt, an dem Siegerporträts interessant werden. Für die nächste Station steht  sie schon in den Startlöchern und alles, was man über ihren bisherigen Weg weiß, spricht dafür, dass man noch viel von ihr hören wird.

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Und die Junge-Wilde-Saga geht ebenfalls weiter. Die Vorfinalisten, die am 13. April auf der #essenz in Augsburg um den Einzug ins Finale kochen werden, stehen bereits fest.

Wir bedanken uns bei unseren großartigen Partnern! Ohne sie wäre Junge Wilde 2026 nicht möglich:

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