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Wie der Slyrs-Whisky zur bayrischen Erfolgsstory wurde

Es begann mit einer Wette und 1600 Flaschen Whisky und wurde zur bayerischen Erfolgs­story: Was ein Kutter bei Sylt, Rum aus der Karibik und Schottische Freistaatlerei mit Slyrs-Whisky vom Schliersee zu tun haben.
Januar 30, 2020 | Text: Kathrin Löffel | Fotos: David Messineo, Julia Schmidt Fotografie

Gibt es einen Markt für deutschen Whisky?

Alles begann mit einer Wette um zwei Kisten Weizenbier: Damals war Florian Stetter, Braumeister der Lantenhammer Destillerie am oberbayerischen Schliersee, in Schottland unterwegs und dachte sich: „Was die können, kann ich auch.“ Also wettete er mit seinen Kollegen, dass es sehr wohl einen Markt für deutschen Whisky gäbe. Fünf Jahre später, 1999, braute Stetter den ersten Whisky. Im gleichen Jahr begann Hans Kemenater seine Karriere mit einer Lehre in der Destillerie. Heute ist Kemenater Geschäftsführer der Brennerei Slyrs (ausgesprochen wie Schliers).

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Diese Männer brennen für ihre Destillate und wussten von Anfang an: Bayerischer Whisky ist keine Schnapsidee. Über 220.000 Flaschen es Edeldestillats verkauft das Slyrs-Team rund um Hans Kemenater jährlich in Ländern wie den USA, China, Japan oder Frankreich.

2002 stellten Stetter und Kemenater ihre ersten 1600 Flaschen auf einer Messe vor und hatten in wenigen Tagen alle Flaschen – und damit den Whisky für die folgenden zwei Jahre –
verkauft. Heute landen in den Brennblasen am Schliersee 400 Tonnen Gerste aus der Umgebung, genauso wie Alpenquellwasser und Hefe. Jährlich verkauft werden rund 220.000 Flaschen. Ja, es gibt also einen Markt für deutschen Whisky – diese Wette hat Stetter glasklar gewonnen.

Gibt es einen Markt für deutschen Whisky?

Alles begann mit einer Wette um zwei Kisten Weizenbier: Damals war Florian Stetter, Braumeister der Lantenhammer Destillerie am oberbayerischen Schliersee, in Schottland unterwegs und dachte sich: „Was die können, kann ich auch.“ Also wettete er mit seinen Kollegen, dass es sehr wohl einen Markt für deutschen Whisky gäbe.

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Diese Männer brennen für ihre Destillate und wussten von Anfang an: Bayerischer Whisky ist keine Schnapsidee. Über 220.000 Flaschen es Edeldestillats verkauft das Slyrs-Team rund um Hans Kemenater jährlich in Ländern wie den USA, China, Japan oder Frankreich.

Fünf Jahre später, 1999, braute Stetter den ersten Whisky. Im gleichen Jahr begann Hans Kemenater seine Karriere mit einer Lehre in der Destillerie. Heute ist Kemenater Geschäftsführer der Brennerei Slyrs (ausgesprochen wie Schliers). 2002 stellten Stetter und Kemenater ihre ersten 1600 Flaschen auf einer Messe vor und hatten in wenigen Tagen alle Flaschen – und damit den Whisky für die folgenden zwei Jahre – verkauft. Heute landen in den Brennblasen am Schliersee 400 Tonnen Gerste aus der Umgebung, genauso wie Alpenquellwasser und Hefe. Jährlich verkauft werden rund 220.000 Flaschen. Ja, es gibt also einen Markt für deutschen Whisky – diese Wette hat Stetter glasklar gewonnen.

Bayern ist fast wie Schottland

„Man versteht unseren Dialekt schwer, wir haben wie die Schotten eine komische Tracht, die Sturheit ist ebenfalls ähnlich und einen ausgeprägten Hang zur Freistaatlerei haben wir auch“, antwortet Kemenater auf die Frage nach den Parallelen zwischen Schottland und Bayern und lacht. „Es war aber nie das Ziel, das schottische Original nachzumachen, sondern etwas ganz Eigenes zu kreieren. Dass wir das können, da­ran hat zumindest intern keiner gezweifelt.“ Außenstehende haben zum Leidwesen der Produzenten hingegen oft geglaubt, man stelle nur „zum Spaß“ Whisky her. „Mit dem Bau der von Lantenhammer getrennten Brennerei konnten wir 2007 aber zeigen, dass wir das ernst meinen.“ 

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Hans Kemenater, der bayerische Whisky-Flüsterer mit dem guten Riecher.

Die Obstbrennerei Lantenhammer gibt es schon seit 1928. Sie diente in den ersten acht Jahren auch als Produktionsstätte für den Slyrs-Whisky – bis die Brennerei an ihre Grenzen stieß. Was mit fünf Mitarbeitern vor 90 Jahren begann, ist heute auf über 100 Mitarbeiter gewachsen. 48 davon kümmern sich – nicht nur zum Spaß – um die zwölf verschiedenen Whiskys und drei Liköre, die nicht nur in Deutschland gut ankommen, sondern auch in rauen Mengen beispielsweise in die USA, die Ukra­ine, nach China, Frankreich und Japan verschifft werden.

Reife Leistung

Ist der erste Whisky einmal angesetzt, weiß man nicht, wie er in mehreren Jahren schmecken wird. Besonders bei jungen Whisky-Ansätzen muss sehr präzise gearbeitet werden, nach drei Jahren verzeiht er einem nämlich unsaubere Arbeit noch nicht. Der erste zwölfjährige Whisky vom Schliersee war schon etwas ganz Besonderes, berichtet Kemenater. „Wir arbeiten mit neuen amerikanischen Weißeichenfässern und im Finishing mit gebrauchten Fässern, in denen zuvor Sherry, Portwein, Marsala oder Bordeaux reifte.“ Der 37-Jährige reist zu den Fässern, schaut sich Land und Leute an und will die Geschichte dahinter erfahren. Zuletzt hat er sich die Rumproduktion in der Karibik näherbringen lassen: „Es gibt Schlimmeres“, merkt er an und grinst. 

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Bei Slyrs arbeitet man mit neuen amerikanischen Weißeichenfässern und im Finishing mit gebrauchten Fässern, in denen zuvor Sherry, Portwein, Marsala oder Bordeaux gereift hat.

Den amerikanischen Weg mit neuen Fässern wählten die Macher, weil sie einen eigenen Whisky mit eigenem Charakter herstellen wollten. „So selbstbewusst waren wir von Anfang an.“ Seit 1999 sind Stetter und später Kemenater der Linie treu geblieben. Sie haben nur an wenigen Schrauben gedreht und sich beim Finishing ausprobiert. „Das ist das Spannendste für einen Destillateur.“ Aber nicht nur im malerischen Schliersee drehen fünf Destillateure an ebendiesen Schrauben. Auch mit der Lagerung auf dem Berg oder auf See experimentiert Kemenater. Dabei handelt es sich allerdings um Raritäten: „40 Fässer liegen seit vier Jahren in einem Kutter vor Sylt. Gar nicht so einfach, einen Platz zu bekommen. Aber der Hafenmeister fand die Idee super, zum Glück!“ Durch die raue Seeluft bekommt der Whisky, hergestellt aus Sylter Gerste, eine salzige Note. Durch die stetige Bewegung wird er ledrig, rau, trocken mit einem leichten Tabak-Aroma. 

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Ab in den Kessel: In diesen Brennblasen wird der Whisky gebrannt.  

Der Klassiker aus dem Slyrs-Sortiment ist jedoch der Single Malt. Laut Kemenater ist es ein „everyday Whisky“. Was nicht heißt, dass er nicht gut gemacht ist: „Wenn jeder Schritt der Produktion einwandfrei durchgeführt wird, wird das Ergebnis perfekt“, so Kemenater. Fest steht: Ganz gleich, welcher Whisky der jungen Destillateure im Glas landet, die Wette hat Slyrs so oder so gewonnen.

www.slyrs.com

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