F&B

Wie schmeckt eigentlich … Kamelmilch?

Weißes Wüstengold
November 13, 2015

Kamel auf der grünen Wiese

Die Domestizierung von Kamelen und der damit einhergehende Konsum von Kamelmilch hat in der arabischen und afrikanischen Welt eine jahrtausendelange Tradition. Für viele Beduinen war die Milch mit ihrem leicht salzigen Geschmack auf den oft wochenlangen Reisen durch die Wüste die einzige Nahrung. In Europa ist ihre (legale) Einfuhr seit 2013 möglich, als die EU den Import nach langwierigen Verhandlungen mit Unternehmen aus dem Mittleren Osten erlaubte. Arabische Molkereien hoffen nun auf den Durchbruch ihrer Produkte, die von der Milch über Kamelschokolade bis hin zu -butter, -käse und -eis reichen. In erster Linie sind Pharma- und Kosmetikindustrie interessiert, da dem weißen Gold große Heilsversprechungen nachgesagt werden.

Verschiedene Studien besagen, dass Kamelmilch bei Laktoseintoleranz und weiteren Lebensmittelallergien Linderung verschaffen kann. Ihre antibakteriellen, antiviralen, verdauungsfördernden und entzündungshemmenden Eigenschaften machen sie für die Gesundheitsbranche ebenso interessant. Ihr Konsum wird bei Gallenstein-erkrankungen, Leberzirrhose, Gastritis, Entzündungen des Verdauungstraktes, Neurodermitis und sogar Krebs empfohlen, da er sich günstig auf die Heilung auswirken soll. Die Begründung liegt unter anderem darin, dass die Kamelmilch der menschlichen Muttermilch sehr ähnlich ist, sogar weit ähnlicher als andere Milchsorten.

Klingt nach dem ultimativen Heilsbringer? Die Erwartungshaltung gilt es, dennoch nicht zu hoch anzusetzen. Das aber nur am Rande, denn die Vorzüge der Kamelmilch sind in der Tat vielfältig! Ihre Potassium-, Magnesium-, Kupfer-, Sodium- und Zinkanteile sind wie auch ihr Fett- und Proteingehalt höher als bei Kuhmilch. Dabei ist der Cholesterolanteil niedriger. Bemerkenswert ist auch ihr hoher Vitamin-C-Anteil, der dreimal so hoch ausfällt wie bei Kuhmilch, und ihr Eisenanteil, der gleich zehnmal dem Wert von Kuhmilch entspricht. Kamelmilch lässt sich wie jede andere Milch verarbeiten, es braucht jedoch ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl. Zum Beispiel beim Kamelkäse, da die Milch nicht so leicht koaguliert.

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