Ausgabe 202, Konzepte & Openings

Espressomobil: Eingeschworene Coffee Bros.

Wie die Wiener Kaffeebrüder mit ihrem Espressomobil erfolgreich frischen (Fahrt-)Wind ins Coffee-Business bringen.

Text: Daniela Almer     Fotos: Claudio Martinuzzi, Espressomobil

Das Leben ist zu kurz für schlechten Kaffee

Man möchte meinen, dass eine Stadt wie Wien, die nach wie vor von ihrer legendären, altehrwürdigen Kaffeehaustradition lebt, keine Bereicherung nötig hat. Aber für stimmige Lifestyle-Konzepte gepaart mit hochqualitativen Produkten wird in Österreich, wo laut Statistik jährlich 900 Tassen Kaffee pro Einwohner konsumiert werden und die Liebe zum schwarzen Gold quasi mit der Muttermilch weitergegeben wird, immer Platz sein.

So verwundert es auch nicht, dass das im Jahr 2012 aus der Taufe gehobene, österreichweit bislang einzigartige fahrbare Coffee-to-go-Konzept Espressomobil mittlerweile abgeht wie Rakete.

Oder, um es in koffeinhaltigen Fakten beziehungsweise Zahlen auszudrücken: Von fünf Kaffees am Tag hat sich der Verkauf auf mittlerweile 500.000 Kaffeeportionen pro Jahr in Wien hochgeschraubt und 2016 wurde ein Umsatz von 1,3 Millionen Euro erzielt. Tendenz in jeder Hinsicht steigend.

Und für alle, die im Geiste hinter dem Begriff Espressomobil ein großes Fragezeichen sehen: Der Name ist durchaus wörtlich zu verstehen. Mittels kultiger italienischer Lastendreiräder, den Piaggio Apes, kommen Snacks und ein hochqualitatives Kaffeeangebot inklusive Barista zu den potenziellen Gästen und nicht umgekehrt.

Wir wollten einen Eyecatcher haben, der die Leute aus ihrem Alltagsrhythmus rausbringt.

Moriz Fleissinger über den USP der Piaggio Apes

Aber es werden nicht nur Standorte quer durch Wien mit mobilem Kaffee und kleinen Imbissen wie Croissants, Mannerschnitten und Co. bespielt, sondern es gibt auch zwei fixe Mini-Coffeeshops in der Mariahilfer Straße und in Grinzing.

Zusätzlich kommt das Unternehmen auf rund 2000 Veranstaltungstage im Jahr, angefangen von kleinen Feiern über Hochzeiten bis hin zu Großevents wie etwa dem Wiener Donauinselfest oder dem Champions-League-Finale in Mailand. Bei den Events sind aber vor allem die sogenannten Coffee Cases im Einsatz, mobile Bar­einheiten mit coolem Look, die ebenso von einem Barista betreut werden.

Mastermind hinter dem Erfolgskonzept Espressomobil ist der 47-jährige Peter Lindmoser, dem die Idee zu diesem Start-up-Unternehmen vor sechs Jahren in Amsterdam kam. Hier war der mobile Kaffeeverkauf bereits gang und gäbe und Lindmoser erkannte die Möglichkeiten, die sich damit für Wien eröffneten.

Das Feuer war entfacht, die Umsetzung gestaltete sich jedoch zunächst schwierig.

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24.02.2017