Ausgabe 167, Porträts

Wer schläft, fängt keine Fische

Rico Zandonellas Lieblingsfarbe ist bunt – In der Mode und auf dem Teller! Über den Mann, dem die Nacht zu eintönig ist.

Rico ZandonellaFotos: Michael Wissing BFF

Ein Paradiesvogel, der seinesgleichen sucht: „Ich schlafe nur fünf Stunden in der Nacht, denn die ist mir zu dunkel. Farbenfroh ist mein Leben genauso wie meine Küche und das Restaurant“, lacht Rico Zandonella, der Küchenchef des Restaurants Rico’s Kunststuben Küsnacht in der Schweiz, unweit von Zürich. Nach der kurzen Nacht geht Zandonella mit Eros spazieren. Das ist seine Bulldogge, die wie ein gut sitzendes Accessoire perfekt zu seinem außergewöhnlichen Stil passt. Dieser Stil zieht sich von seiner bunten Kleidung über jeden Teller bis hin zur Einrichtung des 2-Sterne-Restaurants. Die dunkelbraunen Möbel, die rote Samtdecke, das goldschimmernde Interieur, die indirekten Lichtquellen und nicht zuletzt der Hirsch aus hellem Holz, der mit einer Krone um den Hals auf einem Tisch liegend die Gäste begrüßt, lassen erahnen wie es im Kopf von Zandonella aussieht. Wenn ihm etwas gefällt, will er es haben und er ist so stilsicher dabei, dass die Gäste bei jedem Besuch Neues entdecken. Das ist auch das Motto der Speisekarte: Alle sechs Wochen ändert sich das Menü, alle drei Monate die À-la-carte-Gerichte. „Meine Stammgäste mögen es, sich von meinen Kreationen überraschen zu lassen, und ich mag es, ihnen jedes Mal etwas Besonderes anbieten zu können“. erklärt Zandonella, der weiß, dass seine Stammgäste das Restaurant erst zu dem machen, was es ist. Ein Ort, in den man eintauchen kann – und das nicht nur wegen des ausgefallenen Stils und der relaxten Atmosphäre, sondern wegen seiner Liebe zu Produkten, Aromen und Gewürzen. „Erst wenn die Stimmung entspannt ist und wir uns von dem Stress der Welt erholen, können wir uns ganz auf das Essen konzentrieren.“ Wie kleine bunte Puzzleteile fügen sich die Komponenten auf dem Teller zu einem Gesamtkunstwerk.

Über Inspiration, Entfaltung und Originalität
Einmal in der Woche besucht der 53-jährige Tessiner den...

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14.11.2015