Ausgabe 202, Porträts

Garnele made in Germany

Nerdiger Pioniergeist mit hoher Erfolgschance: Wie Fabian Riedel mit seiner Bio-Salzwassergarnelenzucht in Bayern den europäischen Markt aufmischen will.

Text: Daniela Almer     Fotos: CrustaNova GmbH

 

Die Großstadtfischer aus Erding

Die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn ist ja bekanntlich nicht immer eindeutig zu ziehen. Wo diese Linie bei einem hoch motivierten, jungen Duo, das die Idee hatte, eine Bio-Salzwassergarnelenfarm mitten im europäischen Binnengebiet Bayerns aufzuziehen, genau verläuft, lässt sich auf den ersten Blick schwer ausmachen. Aber auf den zweiten. Die Idee zum Konzept von Fabian Riedel und Max Assmann mag nach Wahnsinn klingen, ist von der Planung bis zur Umsetzung aber umso genialer.

Alles begann damit, dass der Münchner Anwalt Riedel seinen Kumpel aus Gymnasialzeiten, Max Assmann, in dessen Wohnung besuchte und nicht schlecht staunte: Der studierte Lebensmitteltechnologe hatte sein Heim mit Wasserwannen zugepflastert, in denen sich munter Krebstiere tummelten.

Wenn sich Riedel in eine Szenerie der nerdigen TV-Serie „The Big Bang Theory“ versetzt fühlte, ließ er sich das zumindest nicht anmerken. Vielmehr packte ihn sofort das Interesse an dem ungewöhnlichen Zuchtprojekt. Elektrisiert von der Thematik vertieften sich die beiden immer mehr in die Materie.

Aus ihrer ursprünglichen Idee einer australischen Krebszucht in Deutschland wurde aber nichts, da den Tierchen unter anderem ein Hang zum Kannibalismus nachgesagt wurde. Schlecht, wenn man damit ein Geschäft aufziehen will.

Die White-Tiger-Garnelen eigneten sich dafür schon mehr. Besonders da der Absatzmarkt für Gambas in Europa groß ist. Allein in Deutschland hat der Markt ein Jahresvolumen von 50.000 Tonnen an Krebstieren und Garnelen. Aber wie dieses Projekt am besten in Deutschland umsetzen, meilenweit entfernt vom natürlichen Lebensraum der Garnelen?

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24.02.2017